Wie versteht ihr den Unterschied zwischen Werken des Gesetzes und Werken des Fleisches?

Hallo Betttina,

vorab berücksichtige bitte, dass der Begriff „Fleisch“ in der Bibel häufig als Synonym für unsere ererbte Unvollkommenheit steht, für die uns innewohnende Neigung immer wieder genau das Verkehrte zu tun – gemessen an den Maßstäben Gottes.

Der Begriff „Geist“ dagegen steht in diesem Zusammenhang für den von Gott ausgehenden Geist, für Gottes wirksame Kraft, durch die er jedem aufrichtigen Anbeter helfen kann, richtig oder loyal zu handeln – auch wenn es schwer fällt.

Vor diesem Hintergrund ist der biblische Rat, der durch „Deinen“ Text aus Galater 5:19-24 unser Herz erreichen soll, eine Ermahnung, die darauf abzielt, jeden gottergeben Menschen anzuspornen, ein Nachahmer Jesu zu werden.

Zum Verständnis auch noch hilfreich ist ein ähnlicher Text in Epheser 4:22-24, dort heißt es :

„ . . . dass ihr die alte Persönlichkeit ablegen sollt, die eurem früheren Wandel entspricht und die gemäß ihren trügerischen Begierden [des Fleisches] verdorben wird; dass ihr aber erneuert werden sollt in der Kraft, die euren Sinn antreibt [Feinde der Bibel nennen das abfällig Gehirnwäsche], und die neue Persönlichkeit anziehen sollt, die nach Gottes Willen in wahrer Gerechtigkeit und Loyalität geschaffen worden ist.“

Und noch ein Hinweis vorab, der erst bei sorgfältigem Lesen des Textes auffällt:

Paulus spricht dort einerseits von „den Werke des Fleisches [Plural]“ (unsere gottlosen Handlungen der vielfältigsten Art)

und andererseits der „Frucht des Geistes [Singular]“ als dem Ergebnis des einen und einzigen von Gott ausgehenden Geistes oder seiner wirksamen kraft, die _. wie oben schon erwähnt – wahre Wunder bewirken kann, wenn man sie auf sich wirken lässt !!

Nach diesen Vorbemerkungen nun noch einmal der Text im Zusammenehang, zitiert aus der Neuen-Welt-Übersetzung:

„. . .Nun sind die Werke des Fleisches offenbar, und sie sind: Hurerei, Unreinheit, zügelloser Wandel,  Götzendienst, Ausübung von Spiritismus, Feindschaften, Streit, Eifersucht, Wutausbrüche, Wortzänkereien, Spaltungen, Sekten, Neidereien, Trinkgelage, Schwelgereien und dergleichen Dinge. Vor diesen Dingen warne ich euch im Voraus, so wie ich euch im Voraus gewarnt habe, dass die, die solche Dinge treiben, Gottes Königreich nicht erben werden.

Andererseits ist die Frucht des Geistes Liebe, Freude, Frieden, Langmut, Freundlichkeit, Güte, Glauben, Milde, Selbstbeherrschung. Gegen solche Dinge gibt es kein Gesetz. Außerdem haben die, die Christus Jesus angehören, das Fleisch samt seinen Leidenschaften und Begierden an den Pfahl gebracht.“

Wenn man sich als Christ bei seinen täglichen Entscheidungen von diesen Leitlinien lotsen lassen möchte und wirklich möchte, dass Gottes Geist einem hilft, das jeweils Richtige zu tun [gleichsam als Frucht zu ernten], wird man sehr schnell feststellen, dass das viel leichter gesagt als getan ist.

Es geht einem dann so wie der gleiche Apostel in Römer 7:18-20 schreibt:

„. . .Denn ich weiß, dass in mir, das ist in meinem Fleisch, nichts Gutes wohnt; denn die Fähigkeit zu wünschen ist bei mir vorhanden, aber die Fähigkeit, das zu vollbringen, was vortrefflich ist, ist nicht [vorhanden]. Denn das Gute, das ich wünsche, tue ich nicht, sondern das Schlechte, das ich nicht wünsche, das treibe ich. Wenn ich nun das, was ich nicht wünsche, tue, so vollbringe nicht mehr ich es, sondern die Sünde, die in mir wohnt.“

Mir persönlich geht das auch häufig so.

Was also tun?

„Wandelt beständig durch den Geist“, antwortet Paulus in Galater 5:16, „und ihr werdet die Begierde des Fleisches überhaupt nicht vollbringen“

Beständig „durch den Geist zu wandeln“, sich also von Gottes Wort anleiten zu lassen, ist nicht immer leicht.

Fortsetzung

Fortsetzung

Es versteht sich von selbst, dass man dafür auch etwas tun muss.

Vergleichen lässt sich das mit einem Landwirt, der seine Felder bearbeitet. Selbstverständlich ist er auf Sonnenschein und Wasser angewiesen, sonst kann er keine Ernte erwarten. Der „Sonnenschein“ steht bei diesem Vergleich für den heiligen Geist. Wir brauchen ihn, damit die „Frucht des Geistes“ in uns entstehen und wachsen kann.

Andererseits: Gäbe es eine Ernte ohne die harte Arbeit des Landwirts? (vergleiche bitte mit Sprüche 10:4)

Je nachdem wie intensiv man seinen Herzens„boden“ bearbeitet, wird das ganz entscheidend dazu beitragen, wie gut und wie reichlich die Frucht des Geistes in Dir oder mir ausfällt. Man sollte sich also immer wieder fragen: Erlaube ich dem heiligen Geist, seine Frucht in mir wachsen zu lassen, indem ich daran mitarbeite?

Dann ist da noch das für ein Wachstum notwendige Wasser! Damit eine Ernte gut ausfällt, muss ein Landwirt seine Pflanzen auch mit ausreichend Wasser versorgen. Damit in uns die Frucht des Geistes wachsen kann, brauchen wir die Wasser der Wahrheit aus der Bibel, und zwar heute und bis auf unabsehbare Zeit.

Kein Wunder also, dass Jesus in Johannes 4:14 darauf hinweist, wenn er sagt:

„ . . .Wer auch immer von dem Wasser trinkt, das ich ihm geben will, der wird überhaupt nie durstig werden, sondern das Wasser, das ich ihm geben will, wird in ihm zu einer Wasserquelle werden, die hervorsprudelt, um ewiges Leben zu vermitteln.“

Ich hoffe, dass Dir diese Erklärung ein wenig weiterhilft.


Über ein damit zusammenhängende Thema findest Du hier noch mehr:

http://www.gutefrage.net/frage/was-bedeutet-in-der-bibel–den-heiligen-geist-betrueben-#answer25886476


Hallo Betttina,

18 Wenn ihr euch aber vom Geist führen lasst, dann steht ihr nicht unter dem Gesetz. 19 Die Werke des Fleisches sind deutlich erkennbar: Unzucht, Unsittlichkeit, ausschweifendes Leben, 20 Götzendienst, Zauberei, Feindschaften, Streit, Eifersucht, Jähzorn, Eigennutz, Spaltungen, Parteiungen, 21 Neid und Missgunst, Trink- und Essgelage und Ähnliches mehr. Ich wiederhole, was ich euch schon früher gesagt habe:** Wer so etwas tut, wird das Reich Gottes nicht erben.** 22 Die** Frucht des Geistes aber ist Liebe, Freude, Friede, Langmut, Freundlichkeit, Güte, Treue, 23 Sanftmut und Selbstbeherrschung; dem allem widerspricht das Gesetz nicht.** 24 Alle, die zu Christus Jesus gehören, haben das Fleisch und damit ihre Leidenschaften und Begierden gekreuzigt. 25 Wenn wir aus dem Geist leben, dann wollen wir dem Geist auch folgen. 26 Wir wollen nicht prahlen, nicht miteinander streiten und einander nichts nachtragen.

Paulus stellt hier die Früchte des Fleisches, das irdische, dämonische, den Früchten gegenüber, die durch den Geist Gottes kommen.

;dem allem widerspricht das Gesetz nicht.*

Eine andere Übersetzung sagt hier: Gegen solche Dinge gibt es kein Gesetz.

Das Gesetz, das Israel hatte, wurde durch Christus aufgehoben. Nun gab es aber immer wieder in den Versammlungen solche, die sagten, man müsse das Gesetz halten. Dem widerspricht hier Paulus eindeutig. Wenn diese Christen sich durch den Geist leiten lassen, dann sind sie nicht unter dem Gesetz, wie er eingangs schreibt.

An anderer Stelle sagt er auch: „Das Gesetz ist zum Erzieher geworden…..“.
Zum Erzieher, der zu Christus führt. Christus selbst hat das Gesetz auf ZWEI Gebote reduziert, in denen aber ALLES drinsteckt:

1.) Gott zu lieben mit ganzem Herzen, ganzer Kraft, ganzem Sinn,
2.) seinen Nächsten wie sich selbst lieben.

Persönlich finde ich es sehr schön, wie Paulus die Früchte des Geistes denen gegenüberstellt, die er die Früchte des Fleisches nennt.

Übrigens hatte nicht nur Paulus das Problem, dass sich viele auf das „Gesetz“ beriefen, auch Jakobus warnt schon, dass jemand dann verpflichtet sei, das GANZE Gesetz zu halten. Das allerdings konnte kein Mensch einhalten. Nur Christus hatte das getan, und auch die unsinnigen Sitten der Pharisäer und anderen Schriftgelehrten angeprangert.

Gruß Alfred

Im Galaterbrief versucht Paulus den Galatern folgendes zu vermitteln:

Die Gesetze Gottes sind gültig, damit die „Sünde offenbar werde“ – also als „Wegweiser“ für die Menschheit und zur Ausrichtung in ihren Taten. – Die Gesetze zu erfüllen – wenn es der Mensch überhaupt könnte (Viele versuchen es eifrig!) – verheißt jedoch nicht die Befreiung vom Gesetz. – Die Befreiung vom Gesetz und damit vor dem sonst zwangsläufigen, vernichtenden Richterspruch erfolgt allein durch Jesus Christus – „damit er die, die unter dem Gesetz waren, erlöste, damit wir die Kindschaft empfingen“ (Gal. 4,5).

Kurzfassung: Es gibt keine Errettung für den Menschen durch Einhaltung der Gesetze (fleischliche Werke), sondern allein durch den Glauben (die Frucht des Geistes).

Jesu Stellung zum Gesetz in MATTHÄUS5:

17 Ihr sollt nicht wähnen, daß ich gekommen bin, das Gesetz oder die Propheten aufzulösen; ich bin nicht gekommen, aufzulösen, sondern zu erfüllen. (Matthäus 3.15) (Römer 3.31) (1. Johannes 2.7) 18 Denn ich sage euch wahrlich: Bis daß Himmel und Erde zergehe, wird nicht zergehen der kleinste Buchstabe noch ein Tüttel vom Gesetz

Bei jemandem, der Gott und sein Gesetz noch nicht kennt,, ist oft einiges von dem üblich, was Paulus zu den Werken des Fleisches zählte. Aber in dem Maß, wie jemand Gott und sein Wort näher kennenlernt, kann er nach und nach die Werke des Fleisches ablegen und macht Platz für die Werke des Geistes..

Die Dinge, die Paulus als die Werke des Fleisches aufzählte, sind entweder das Resultat bewußten Handelns, oder sie sind das Ergebnis des Einflusses der ererbten Sünde. Der Ausdruck „Werke (Frucht) des Geistes“ ist ein Indiz dafür, daß die angeführten Eigenschaften nicht aus einer sogenannten Charakterentwicklung oder Persönlichkeitsverbesserung resultieren, sondern auf das Einwirken des Geistes Gottes zurückzuführen sind.

Irgendwie habe ich mich missverständlich ausgedrückt. Was versteht ihr denn unter den „Werken des Gesetzes“

Siehe bitte meinen ergänzenden Kommentar oben

das fleischbewusstsein kann in die irre gehen

das werken des (göttlichen)gesetzes geht nicht in die irre